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07.11.2012

Konzept Geothermie Thurgau, Diskussion Bericht Nutzungskonzept

Votum Grosser Rat Thurgau

7. November 2012

Sehr geehrter Herr Präsident, geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Das vorliegende Nutzungskonzept zeigt auf, wie Rahmenbedingungen geschaffen werden können, damit die Vorteile der Geothermie auch optimal genutzt werden können. Rechtliche Grundlagen, Kostenschätzungen, Nutzungskonflikte in der Raumplanung, finanzielle Förderbeiträge sowie die koordinierte Sammlung von geologischen Daten wurden untersucht und umsetzbare Lösungswege werden aufgezeigt.
Das Nutzungskonzept ist zukunftsweisend, praktisch und zeitnah umsetzbar.

Der Atomausstieg kann nur durch einen konsequenten Mix von unterschiedlichen, erneuerbaren Energien ersetzt werden. Noch nimmt der Energieverbrauch in der Schweiz schneller zu, als wir die erneuerbaren Energien ausbauen.
Ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien wie auch eine effiziente Energieverwendung müssen Hand in Hand gehen.

Die Geothermie ist gerade in unserem Kanton eine saubere und sichere Technologie, um Wärme und im optimalen Fall Strom zu erzeugen. Eine Technologie, die auch raumplanerisch entschiedene Vorteile mit sich bringt, die uns möglicherweise langwierige Diskussionen wie zum Beispiel bei der Wind- und Sonnenkraft ersparen.
Die Nutzung der unterirdischen Umweltwärme ist Saison- und Wetter unabhängig, sie ist absolut CO2 neutral, verursacht keinen Feinstaub, sie ist vor Ort nutzbar > die Ressourcen (Erdwärme) ist unerschöpflich und wird fortwährend in der Erdkruste neu generiert.

Eine Technologie, die zwingend als Baustein in der Diversifizierung weiterverfolgt und ausgebaut werden muss. Künftig könnte vor allem die tiefe Geothermie einen bedeutenden Anteil unseres Energiebedarfes decken. Ab rund 3000 Meter Tiefe sind auf dem Kantonsgebiet Temperaturen von über 100°C zu erwarten.
Gelingt es, diese Wärme an die Oberfläche zu bringen und zu nutzen, kann geothermisch sogar Strom erzeugt werden.

Dies ist die eine, positive, zukünftige Seite die nur eine Gefahr mit sich bringt: Das Sparen von Energie darf durch die Hoffnung auf neue Technologien nicht vergessen werden.
Ich möchte auch an dieser Stelle wieder darauf hinweisen, dass das Sparpotential an unserem Energieverbrauch längst nicht ausgenutzt wird. Technische Hilfsmittel wie Stromabschaltungen, optimale Einstellungen bei Energiebezügern, effiziente Haushaltsgeräte, neuste Motorentechnik, Minergie Bauten (um nur einige zu nennen) könnten bei konsequenter Umsetzung und Anwendung schon bereits 20% unseres Energieverbrauches einsparen > und dies ohne Komforteinbusse und erst noch mit einer 20%igen Kosteneinsparung! > für jeden

Wie mittlerweilen auch von Bundesbern gefordert, kann dieses Potenzial wohl leider nur über eine verursachergerechte Energiesteuer erreicht werden.

Die SP und Gewerkschaften danken der Regierung für die entschlossene Haltung und den Willen, die Geothermie zu fördern und vernetzt über verschiedene Departemente weiter zu entwickeln und umzusetzen. Ein Konzept, das hilft, unseren Kanton in Sachen Energiepolitik weiterzubringen.

Danke!