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12.01.2016

Spaghetti kombiniert mit Politik

Die SP Diessenhofen lud am Samstag zum «roten» Jahresauftakt: gut 40 Personen nahmen daran teil.

Co-Präsident Bruno Scheurer begrüsste an die 40 Parteimitglieder und Sympathisanten am Samstagabend im Diessenhofer Kirchgemeindehaus. Kantonsratswahlen, die Situation der Partei und Aldos Spaghetti, das sind die drei Programmpunkte des Abends. Der schon zum 14. Mal ausgetragene Anlass lebt vom Austausch beim gemeinsamen Essen, von den exzellenten «roten» Spaghetti, die Aldo Ferraro mit seinem Küchenteam mit viel Liebe und Können kocht.

Drei lokale Kandidaten für die Kantonsratswahlen

Jahrzehntelang hatte die SP-Diessenhofen einen von vier Sitzen im ehemaligen Bezirk Diessenhofen. Im neuen Bezirk Frauenfeld vertritt Sozialdemokrat Roman Giuliani die Region. «Mit unserer Liste wollen wir wiederum sechs Sitze im Bezirk Frauenfeld machen», erklärt Armin Jungi, der die Kandidaten aus der Region vorstellt. «Das können wir nur mit guten Leuten schaffen.» Neu auf der SP-Liste ist Andreas Theiler, Jahrgang 1968. Der Metallbauschlosser mit eigener Werkstatt in Basadingen weilte noch in Kolumbien in der Heimat seiner Frau. Ebenfalls neu auf der Liste ist Sascha Kelebuda aus Diessenhofen, Jahrgang 1992. Der Jungpolitiker studiert an der ZHAW Winterthur «Finance and Banking». Kelebuda findet es schade, dass sich nicht mehr Junge politisch engagieren. «Ich möchte für die Partei gerne ein gutes Resultat erreichen. Weil mich Medien stark interessieren, werde ich meinen Wahlkampf mehrheitlich in den sozialen Netzwerken führen». «Der Grosse Rat sollte das Abbild der Bevölkerung sein, sowohl altersmässig wie auch beruflich», sagt Architekt Roman Giuliani über den politischen Nachwuchs. Er konnte sich in den letzten sechs Jahren gut im Parlament einleben, pflegt Beziehungen in der Fraktion und auch zu anderen Parteien. Man muss wissen, wer für welche Themen steht, so kann man etwas erreichen. «Ich arbeite in der Raumplanungskommission mit, da kann ich meine Fähigkeiten ideal einbringen. «Ich finde es spannend, dass die SP-Diessenhofen mit zwei Unternehmern und einem Wirtschaftsstudenten in den Wahlkampf zieht», sagt Jungi zum Abschluss der Vorstellung der Kandidaten.

Wie weiter mit der SP Region Diessenhofen?

Kantonsrat Roman Giuliani erklärt, dass es nicht einfach ist, junge Leute für das Engagement in einer Partei zu motivieren. «Während das durchschnittliche Alter der Mitglieder steigt, sucht der Vorstand nach jungen Leuten, die an der Parteiarbeit interessiert sind. Die Sektion Steckborn hat ähnliche Probleme. Um uns personell zu entlasten, könnten wir uns vorstellen, gewisse Anlässe zusammen zu machen. Kulturelle Veranstaltungen wurden schon mehrfach zusammen durchgeführt», erklärt Giuliani. Ausserdem liegen zwischen Diessenhofen und Steckborn einige Gemeinden, in denen die SP nicht sehr aktiv ist. Man könnte sehr gut auch gemeinsame Anlässe in Eschenz oder Mammern durchführen», sagt Giuliani.
Andere Mitglieder finden, dass die Lokalpolitik zentral für die Sektionen sein sollte, diese Themen müssen unbedingt vor Ort beraten werden. Die Parteien müssen lernen, mit der Mobilität in der Gesellschaft umzugehen, neue Formen der Kommunikation und neues Gedankengut zuzulassen. Statt sich in einer Partei zu engagieren, verfolgen Leute mehr einzelne Themen. Sie wollen keine Verpflichtungen eingehen. Dagegen braucht Parteiarbeit Kontinuität. Den Anwesenden ist klar, dass die Probleme weder heute noch morgen lösbar sind, es gibt aber gute Ansatzpunkte, die weiterverfolgt werden können.

Diesen Artikel finden Sie im Bote vom Untersee und Rhein - 12. Januar 2016